Selma, 27 Jahre aus Syrien

Selma ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Ihr Mann Sadegh ist wie sie 27 Jahre alt. Selma ist Analphabetin und hatten nie die Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Ihr Mann hat  zumindest vier Jahre die Schule besucht. Er kann Arabisch sprechen und schreiben. Sadegh ist Handwerker. Er arbeitete als Maler und Verputzer, kann aber auch Autos reparieren oder wäscht diese. Ihm ist es wichtig, Geld zu verdienen, um seine Familie zu ernähren. Selma arbeitete in einem Wachsstudio. In ihrem Heimatland konnten sich dort Frauen z. B. an den Beinen die Haare durch Wachs entfernen lassen.

Selma ist zusammen mit ihrem Mann, ihren beiden kleinen Töchtern und ihrer Cousine, die im siebten Monat schwanger war, geflohen. Der Krieg war gegenwärtig und viele Menschen sind gestorben. So mussten auch sie gehen. Ihre Reise führte über den Irak durch kurdische Gebiete. Einen Monat war sie dann mit ihrer Familie in der Türkei. Danach traten sie die Reise auf einem Schlepperboot mit vielen weiteren Flüchtlingen in Richtung Griechenland an. Unterwegs ging der Motor des Bootes kaputt. Sie versuchten ihn zu reparieren, aber kurz darauf ging er erneut kaputt. Viele Stunden vergingen, während sie ohne Essen und Trinken auf dem offenen Meer daher trieben. Selma hatte große Angst um ihren Mann, ihre beiden kleinen Töchter und ihre Cousine. Nach der dritten notdürftigen Reparatur fuhr das Boot endlich vorwärts. Nach neun Stunden erreichten sie schließlich erschöpft Griechenland. Dort trafen sie auf Helfer, die sie mit Lebensmitteln versorgten. Nachdem sie ausgeruht und gestärkt waren, sind sie über Mazedonien, Kroatien, Österreich weiter gereist. Oft waren sie mit dem Zug unterwegs. Die Züge waren oft überfüllt, wodurch sie an manchen Orten mehrere Tage verweilen mussten. Auch auf die kleinen Kinder und die schwangere Cousine nahmen sie viel Rücksicht. Lange Fußmärsche waren nicht möglich. So war Selma mit ihrer Familie von Griechenland bis Deutschland 20 Tage unterwegs.

Selmas Cousine wurde der Stadt Kriftel zugewiesen und brachte dort eine Tochter zur Welt. Selma und ihre Familie lebten zunächst in Hattersheim in einer offenen Sporthalle mit vielen anderen Menschen zusammen und danach in Massenheim. Nun ist sie froh in der Gemeinschaftseinrichtung in Hochheim zu wohnen. Hier hat die vierköpfige Familie ein eigenes Zimmer.

Da Selma Analphabetin ist, hat sie mit Sprach- und Schriftübungen angefangen. Sie hat große Probleme dem Deutschunterricht zu folgen. Ihr Deutsch ist leider immer noch sehr schlecht, was sie selber frustriert. Wenn sie Deutsch kann und der Asylantrag ihrer Familie genehmigt ist, können ihr Mann Sadegh und sie endlich arbeiten gehen.

Selma träumt von einem eigenen kleinen Haus oder einer Wohnung. Ihre beiden kleinen Töchter sind in der Schule und verstehen und sprechen mittlerweile recht gut Deutsch. Besonders eine Tochter ist vielen ehrenamtlichen Helfern in Hochheim immer wieder aufgefallen, da sie sehr schnell Deutsch verstanden hat und sprechen konnte. Als sie neu nach Massenheim kam, war sie oft und gerne bei den ehrenamtlichen Helfern dabei und saugte die vielen neuen Wörter und Sätze wie ein Schwamm auf.

Tags: Flüchtling

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